BIO :|: OLIVER HOFMANN

Es war der erste Tag des vierten Monats im eintausendneunhundertsechsundsiebzigsten Jahr nach der Geburt Christi und für meinen Vater ein sehr denkwürdiges Datum. Keiner der Verwandten und Freunde wollte ihm Glauben schenken, als er mit der Neuigkeit kam, endlich Vater geworden zu sein. „ja, ja, April April!“ war die immer wiederkehrende Antwort bei seinen Telefonaten und so wartete er einen Tag und probierte es am nächsten Morgen erneut.

Das Geburtsdatum hat mich seither verfolgt und geprägt und so glaube ich, dass mein überaus fröhliches Naturell mit meinem Geburtsdatum zusammenhängt, ich bin und bleibe ein Aprilscherz.

Als meine Bemühungen, auf die Bühnen dieser Welt zu gelangen, nicht sofort fruchteten habe ich meiner Mutter zuliebe eine Lehre als Bankkaufmann begonnen und auch durchgezogen, was weder für die Bank noch für mich eine leichte Angelegenheit war. Danach jedoch zog es mich wieder zurück in die Medien. Radio, Zeitung, TV. Alle Stationen wurden von mir durchlaufen und am Ende stand ich da, wo ich hinwollte: auf der Bühne.

Allerdings war die etwas kleiner als ich es mir vorgestellt hatte, ich war auch nicht Star sondern Animateur und meine Groupies hießen nicht Vanessa und Julia, sondern Agnes und Edith. Aber ich war auf der Bühne.

Der Kasper zu sein ist schon toll, schließlich weiß jedes Kind, dass der Kasper stets über das Krokodil und den Polizisten triumphiert, aber mit Ende Zwanzig nimmt einem das keiner mehr ab, also entschied ich mich für Entertainment in selbständiger Ausführung.

Mit Gennaro Lofrano fand ich einen kompetenten Geschäftspartner und als DJ- und Eventagentur machen wir seither die norddeutsche Tiefebene unsicher. Der Drang, in den Mittelpunkt zu gelangen ist dennoch vorhanden und so verwunderte es keinen in meinem näheren Umfeld, dass ich in immer kürzeren Abständen über den Bildschirm laufe – Wa(h)re Liebe /VOX, My Comedy Blog / Sat.1 Comedy und Big Brother 7 sind einige der Stationen, auf die man zweifelsohne nicht unbedingt stolz sein darf, aber das Geschäft ist und bleibt eines der härtesten. Aber das hohe Niveau decke ich ja durch Lesungen ab, übrigens auch für Leute, die nicht lesen können. Man muss nur zuhören.

Und eines ist sicher – das war erst der Anfang...